Die Geschichte des Kaffeepads

 Antonino Di Leva – dieser Name hätte die Kaffeewelt bereits vor 40 Jahren revolutionieren können – hat er aber nicht. Denn jede Innovation ist vom Timing abhängig. Antonio Di Leva aus Neapel ist der Erfinder des ersten Kaffeepads. Heute hätte er mit dieser Idee vermutlich Multimillionär werden können. 

Die Vision kam ihm eines Tages bei einem Spaziergang: Warum kann man Kaffee nicht portionsweise verkaufen? Und so waren vorportionierten Kaffeepads erfunden. Die sogenannte „Prontadose“ von Di Leva machte es möglich. Der Boden und der Deckel waren perforiert und jeder Filter wurde einzeln vakuumverpackt. Nach der Entwicklung und Produktion in Kooperation mit dem Kaffeeröster Lavazza und ausgedehnten Marketingmaßnahmen scheiterte die Geschäftsidee allerdings an Familienstreitigkeiten und nicht zuletzt am Timing. Das Patent hängt heute als Urkunde in seinem Büro. Über eine Million leere Kaffeefilter aus Aluminium hatte er entsorgen müssen, was ihm obendrein eine Menge Geld gekostet hatte.

Auch das italienische Traditionsunternehmen Illy begann in den 70er Jahren als erstes Unternehmen mit der Entwicklung von Einzelportionen. Dabei entstand das patentierte Padsystem für Espresso, Easy Serving Espresso (ESE) genannt, mit dem sich zu jeder Tageszeit ein stets perfekter Espresso zubereiten ließ. Diese Einzelportionen erlaubten die schnelle und saubere Espressozubereitung zuhause oder im Büro. Ziel war es zur damaligen Zeit auch, den Kaffee in Länder zu exportieren, in denen es keine italienische Kaffeetradition mit professionellen Baristi gab. 

2001 wurde der Kaffeepad aber erst zum Megatrend, was wiederum dem Timimng zu verdanken war. Die zunehmende Anzahl an Single- und Kleinhaushalten und eine weiterhin schnelllebige Gesellschaft, die eine schnelle Zubereitung verlangt, generieren Nachfrage nach Portionskaffeegeräten. Die Firma Philips entwickelte in Zusammenarbeit mit dem holländischen Kaffee-, Tee- und Tabakkonzern Douwe Egberts den sogenannten Softpad. Ab 2002 wurde dann auch der deutsche Kaffeemarkt vollkommen revolutioniert. Mit Senseo wurde das Kaffeepad-System zum Massen- und Alltagsprodukt. Nach kurzer Zeit nahmen immer mehr Händler bzw. Kaffeeröster Kaffeepads in ihr Warenprogramm auf. Heute kann man die Kaffeepads für Senseo-Maschinen sogar bei Discountern erwerben. Senseo hat mittlerweile über 10 Million Geräte in Deutschland und Österreich verkaufen können. Den zeitlichen Vorsprung von Senseo konnten Tchibo Cafissimo und Jacobs Tassimo nicht mehr einholen. Seit der Markteinführung des Systems im Jahr 2002 wurden mehrere Milliarden Pads verkauft. Damit ist das Senseo-System die erfolgreichste Kaffeeinnovation des letzen Jahrzehnts.

 

Kaffee wie ein Gedicht

Friedrich von Schiller

Ich will so werden wie die Leute,
die nachts Bohnenkaffee trinken,
und vorm morgigen Geläute,
die Welt mit Leben neu beschenken.

Wer wachend auch zu später Stund verweilt,
des Mattigkeit der schwarze Zauber heilt.

Ist die Nacht auch kühl auf Erden,
In dem Kessel pfeift es heiß,
Fertig soll der Kaffee werden,
Von der Stirne rinnt der Schweiß.

Der Puls schwillt an, es klopft alsbald das Herz,
und reiner Freude weicht der alte Schmerz.

Streif ab die schwere Last der Lider,
mit neuem Schwung zur Tat bereit,
Erwachen sollen deine Glieder
mit der Bohnen Kraft Geleit.

Der spürt, wie Blut in seinen Adern schlägt,
wer nur mit Mut erneut zu Werke geht. 

 

Sortenreiner Kaffee – Single Origin

Wie beim Wein sind auch beim Kaffee die Herkunft und das Anbaugebiet entscheidend für das Kaffeearoma in der Tasse. Die Anbaugebiete rund um den Kaffeegürtel haben ihre eigentümlichen Charakteristika und machen eine Unterscheidung nach dem Herkunftsland möglich und sinnvoll. Solch einen Kaffee bezeichnet man als Single Origin Kaffee bzw. sortenreinen Kaffee. Einer der wohl bekanntesten Single Origins Kaffees ist zum Beispiel Jamaica Blue Mountain.

Sortenreine Kaffees können einzigartige Aromen aufweisen, die man unverfälscht genießen kann, da sie sich, im Gegensatz zu Kaffeemischungen, bei welchen die Aromen der verschiedenen Kaffees miteinander konkurrieren, frei entfalten können. Das kann zum Beispiel eine angenehme Säure, leichter Geschmack nach Edelbitterschokolade oder ein würziges und spritziges Kaffeearoma sein.

Kaffee aus dem Supermarkt ist in der Regel eine Mischung aus verschiedenen Kaffeesorten aus unterschiedlichen Regionen. In diesem Fall spricht man vom sogenannten „Blend“. Bei der Mischung können qualitativ-hochwertige Kaffeesorten mit minderwertigen Kaffeesorten gemischt werden, um die Erträge zu steigern. Durch eine sinnvolle Kombination von verschiedenen Kaffeesorten kann man allerdings Stärken bestimmter Kaffeesorten unterstreichen und deren Schwächen zu einem bestimmten Grad eingrenzen.

 

Kaffeezubereitung

Kaffee Pads, Filterkaffee oder Kapseln

Welche Zubereitungsart ist die beste?

Da es für viele nichts Schöneres als eine gute Tasse heißen Kaffee gibt, hat das HR-Fernsehen eine zugegebener maßen nicht repräsentativen Geschmacks-Test gemacht.: “In fast jedem Haushalt oder Büro steht heute eine Kaffeemaschine. Manch einer schwört auf die guten alten Filterkaffee. Doch immer mehr Kaffee wird mit Hilfe von Kapseln und Pads gebrüht. Welchen Kaffee trinken die Hessen am liebsten?” 

 

Kaffeezubereitung

 

Die entscheidende Frage ist weniger der Brüh-Prozess, sondern eher der verwendete Kaffee! Ein Filter und heißes Wasser aus dem Wasserkocher mit einem frisch gerösteten und frisch gemahlenen Kaffee sind alle mal besser als minderwertiger Kaffee aus einem High-Tech Vollautomaten. Im Prinzip läuft oben Wasser rein und unten kommt Kaffee wieder raus. Auf den Kaffee kommt es an. Der entscheidende Nachteil an der klassischen Filtermaschine ist die Warmehalteplatte. Denn nach 10 Minuten ist der beste Kaffee leider nicht mehr genießbar.

 

Sind Kaffepads umweltfreundlich?

Kaffepads haben den Ruf nicht umweltfreundlich zu sein. Fakt ist der Verpackungsaufwand von sogenannten Einzelportionen ist höher als von losem Kaffe. Pads und Kapseln sind praktisch und eignen sich besonders für Single-Haushalte mit geringem Kaffeeverbrauch. 7 Gramm Kaffe werden einzeln verpackt und erleichtern dadurch die Kaffeezubereitung. Doch wie umweltfreundlich ist die moderne Kaffeezubereitung?   

Prinzipiell muss man Kaffepads von Kaffee-Kapseln unterscheiden. Denn Kapseln werden zumeist in einer Alu-Verpackung angeboten. Insofern Kaffepads also nicht einzeln verpackt sind, sind Kaffepads deutlich umweltfreundlicher. Kaffepads sind kompostierbar und besonders für Wenigtrinker sehr effizient. Denn beim Aufsetzen eines Kaffees für wenige Tassen in einer Filtermaschine ist der Materialaufwand beim Filterpapier sogar geringer. Trotzdem sollte der maschinelle Verpackungsauwfand im Falle der Kaffepads nicht vernachlässigt werden und in die Betrachtung mit einfließen. 

Einzeln-verpackte Kaffepads und ESE Pads sowie Kapseln sind wahre Müllgeneratoren. Denn für jede Portion ist eine luftdichte Aluverpackung notwendig. Der Vorteil liegt aber im aroma-frischen Kaffeegenuss, der eben seinen Preis (auch beim Thema Umwelt) hat.  

Einen wichtigen Punkt sollte man bei der Debatte um die Umweltfreundlichkeit allerdings beachten. Der Kaffeeanbau mit den benötigten Unmengen an Wasser, der nicht unerhebliche Transportaufwand von den Anbauländern in die Länder der Endverbraucher sowie der Einsatz von Pestiziden haben einen erheblichen Einfluss auf die Umweltfreundlichkeit vom täglichen Kaffeegenuss. Biologischer Anbau sowie ressourcen-sparende Anbaumethoden sollten wichtige Faktoren bei der Auswahl einer Kaffeesorte sein. 

 

Kaffee und seine Wirkung

Viele wissenschaftliche Studien haben in den letzten Jahren einige Vorurteile zum Thema Kaffeekonsum widerlegen können. Die wissenschaftlichen Untersuchungen haben die gesundheitlichen Wirkungen von Kaffee untersucht und in ein anderes Licht gerückt.

Die erstaunlichste Wirkung: Kaffee kann vor Diabetes schützen. Zudem stimuliert Kaffee das Gehirn, kann die Leber schützen und vor Alzheimer vorbeugen. Wobei die Stimulierung der Hirnaktivitäten durch Kaffeekonsum vielen bekannt ist, nämlich denjenigen die morgens ohne selbigen nicht wach werden können. Aber als mögliche Vorbeugung gegen Alzheimer – wer hätte das gedacht? Ferner haben Forscher herausgefunden, dass Kaffee dazu beiträgt den Flüssigkeitshaushalt zu verbessern. Die Weisheit “Kaffee entzieht dem Körper Wasser” müsste eigentlich dagegen sprechen. Doch anscheinend wirkt sich unter dem Strich Kaffee positiv auf den Flüssigkeitshaushalt aus.

Eine weitere Erkenntnis der Forschung ist die positive Wirkung von Kaffee auf die Fitness der Konsumenten. Diese Erkenntnis ist eher weniger erstaunlich, denn der Coffee-to-go tut dies allemal. Und warum sollten sonst in allen Fitnessstudios Kaffeeautomaten zum Inventar gehören?

 

Schmecken Kaffeepads wässrig?

Diese Frage kann nur mit zwei Gegenfragen beantwortet werden: Wie viel Wasser läuft beim Brühen in die Tasse und welcher Kaffee steckt im Kaffeepad?

Kaffeepads sind eine schnelle Variante von Filterkaffee. Eine Kaffeepadmaschine soll die Lücke  zwischen einer Filtermaschine auf der einen Seite und einem Vollautomaten auf der anderen Seite füllen. Für Espresso-Liebhaber wird eine Tasse Kaffee aus einer Kaffeepadmaschine sehr wahrscheinlich wässrig schmecken. Eine Tasse Filterkaffee vermutlich ebenso. Der Geschmack eines Kaffeepads hängt von mehren Faktoren ab. Die beiden wichtigsten sind wohl der enthaltene Kaffee sowie die Wassermenge, die beim Brühprozess durch das Kaffeepad läuft. Die Möglichkeit die Wassermenge und somit die Intensität des Kaffees zu beeinflussen wird von vielen Kaffeepadmaschinen unterstützt. Ob nun eine ganze Tasse für die klassische Filterkaffee-Variante oder die kurze kräftige Version zum Frühstück und bei der Zubereitung eines Cappuccino: Der Benutzer kann bei der Zubereitung variieren.

 

Kaffeepads richtig zubereiten

1. Kaffeepad richtig einlegen

Nur wenn das Kaffeepad richtig im Padhalter liegt, gelingt ein guter Kaffee. Wenn das Pad nicht mittig aufliegt, fließt das Wasser am Kaffeepad direkt vorbei in die Tasse. Das Ergebnis ist ein wässriger Kaffee mit weichem und ungleichmäßigem Schaum. Durch Festdrücken des Kaffeepads in den Padhalter wird das Kaffeepulver komprimiert und dadurch ein besseres Ergebnis beim Brühen erzielt. Nachdem der Kaffee durchgelaufen ist, kann man überprüfen ob das Pad richtig eingelegt war, um so den Brühvorgang beim nächsten Mal optimieren zu können. 

2. Wassermenge anpassen

Der Geschmack des Kaffees ist maßgeblich von der in die Tasse fließenden Wassermenge abhängig. Je weniger Wasser desto kräftiger der Kaffee. Wenn man mal die erste Hälfte mit der zweiten Hälfte einer ganzen Tasse vergleicht, wird man erkennen wie groß der Unterschied wirklich ist. Kaffeefreunde, die Vollautomaten und Espresso gewöhnt sind, werden die „kurze Version“ des Kaffeepads bevorzugen.

 

Kaffeepads richtig aufbewahren

Fast auf jeder Packung steht: „Trocken und kühl lagern“. Aber was heißt das nun? Sonnenlicht und übermäßige Wärme wirken sich negativ auf das Kaffeearoma aus. Zudem neigt Kaffee dazu Gerüche aufzunehmen und sollte daher nicht im Kühlschrank direkt neben dem Lieblings-Camembert aufbewahrt werden.

Frische ist neben Qualität der auschlaggebende Faktor für den optimalen Kaffeegenuss. Selbst wenn das Haltbarkeitsdatum mehrere Jahre aufweist: Kaffee sollte zeitnah konsumiert und verarbeitet werden. Kaffee, vor allem gemahlener Kaffee, büßt bei Aussetzung mit Sauerstoff schnell Geschmack ein. Lose Kaffeepads können schon nach wenigen Tagen ihr Kaffeearoma verlieren wenn man sie nicht luftdicht lagert.

Paddosen aus Aluminium und sonstigen Materialen können zwar einigermaßen luftdicht geschlossen werden und tragen damit zur Aromaerhaltung bei. Sie sind aber kein Allheilmittel gegen den stetigen Qualitätsverlust. Denn beim wiederholten Öffnen der Dose dringt neuer Sauerstoff in die Paddose und lässt den Kaffee altern. Der Oxidationsprozess wird dadurch nur bedingt aufgehalten. Eine Lösung wäre die geöffnete Packung Kaffeepads auf mehrere Dosen aufzuteilen; die andere Lösung lautet: Kaffee zeitnah zu konsumieren. Bei Vieltrinkern ist eine Packung mit 36 Kaffeepads in wenigen Tagen aufgebraucht – für Wenigtrinker sind große Packungen weniger geeignet.

 

Kaffeepads aus Langzeitröstung - schonend geröstet magenschonend aromatisch

Kaffeepads aus Langzeitröstung

Was macht eigentlich den Unterschied zwischen einem guten Kaffee und einem sehr gutem Kaffee aus? Sicherlich auch die richtige Kaffeebohne ist entscheidend. Doch dazu gehört noch mehr: Erst durch die richtige Röstung entfaltet der Kaffee sein einzigartiges Aroma.

Kaffeepads aus Langzeitröstung - schonend geröstet magenschonend aromatisch

Kaffeebohnen weisen unterschiedliche Charakteristika auf, welche beim Röstprozess und dem späteren Einsatzbereich berücksichtigt werden müssen. Die Temperatur und die Dauer der Röstung werden auf die jeweilige Kaffeebohne abgestimmt. Grundsätzlich kann man bei der Röstung von Kaffee zwei unterschiedliche Röstverfahren unterscheiden: Die Langzeitröstung und die Kurzzeitröstung.

Im Gegensatz zur industriellen Kurzzeitröstung, die nur wenige Minuten dauert, wird bei der Langzeitröstung mit einer deutlich geringeren Temperatur und längeren Röstzeit gearbeitet. Dabei hat der Kaffee Zeit seine einzigartigen Aromen zu entfalten. Zudem entschwinden bei der längeren Röstung Säuren, Reiz- und Bitterstoffe, die den Kaffee ungenießbar oder schwer verdaulich machen. Kaffee aus Langzeitröstung ist somit bekömmlicher und aromatischer. Auch ein vermeintlich „milder“ Kaffee kann durch sehr kurze und schockhafte Röstung zu unangenehmen Nebenwirkungen führen.