Kaffeekapseln sollen Kaffeepads ersetzen – Kaffeemarkt im Wandel

Wenn es nach den großen Kaffeeherstellern geht, sollen Kapseln die sogenannten Softpads bzw. Kaffeepads bald ersetzen. Doch wenn man sich im Supermarkt umschaut, sieht die Sache etwas anders aus: Kaffeepads sind kaum wegzudenken aus dem Ladenregal. Wie wird sich das Konsumverhalten verändern? Welche Vor- und Nachteile bringen beide Systeme mit sich? Wie unterscheiden sich beide Systems voneinander? Und welches System wird sich durchsetzen? 

Preis – Kaffeepads sind im Durchschnitt günstiger: Hier sind 12 Euro pro kg keine Seltenheit. Auf dem Weg zum Massenprodukt und kommerziellen Erfolg spielt der Preis eine entscheidende Rolle. 

Auswahl – Kapselsysteme sind geschlossene Systeme. Konsumenten müssen die vom Hersteller angebotenen Kaffeesorten verwenden. Alle großen Hersteller bieten eigenen Kaffeepad-Sorten an. Die Auswahl an Kaffeesorten ist bei Pads somit deutlich höher. 

Pads selber machen – Ein entscheidender Vorteil von Padmaschinen ist die Möglichkeit selbige mit Filterkaffee zu betreiben. Auch Kapseln können immer häufiger mit Dauerfiltern betrieben werden. Hier gibt es weitere Informationen.

Kaffeequalität und Geschmack – Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Doch objektiv betrachtet sind hier Kaffeekapseln im Vorteil: Die Konkurrenz und somit der Preisdruck sind im Bereich Pads deutlich höher; was sich auch auf die Kaffeequalität auswirkt. Trotzdem werden immer häufiger Pads aus biologischem Anbau oder fairem Handel angeboten. Auch Kaffeepads fernab von industrieller Fertigung finden Platz im Marktsegment (siehe Paduno). Es kommt somit auch auf den eingesetzten Kaffee an.

Brühsystem – Kapselgeräte arbeiten mit höherem Betriebsdruck. Wer Espresso mag, sollte sich eher für eine Siebträgermaschine oder ein Kapselgerät entscheiden.

Effizienz – Pads und Kapseln gehen sehr effizient mit dem eingesetzten Kaffee um: Mit gerade mal 7g Kaffee wird unter Druck eine Tasse Kaffee gebrüht. Da kann Filterkaffee nicht mithalten. In diesem Zusammenhang passt auch der vielzitierte Spruch über Filterkaffee: „Ein Löffel ist für den Filter“. Zudem wird beim klassischen Filterkaffee viel Kaffee weggeschüttet. 

Zubereitung/Bedienung – Beide Systeme sind Einzelportionssysteme und zeichnen sich durch einfache und schnelle Zubereitung aus. 

Umweltfreundlichkeit – Kaffeekapseln sind von einer Aluminium-Verpackung umgeben. Kaffeepads sind kompostierbar und somit umweltfreundlicher. Für viele Kunden stellt die Umweltfrage eine wesentliche Kaufentscheidung dar. 

 

Kaffeepads im Test

Viele Kaffeeliebhaber verlassen sich gerne auf Tests unabhängiger Institute. Kaffeepads in einem unabhängigen Test gibt es leider selten. Der letzte unabhängige Test von Kaffeepads der Stiftung Warentest liegt schon eine ganze Weile zurück. Zuletzt wurden Kaffeepads im Jahr 2006 im Hinblick auf unterschiedliche Faktoren unter die Lupe genommen. Sensorische Fehlerfreiheit, Schadstofffreiheit, Deklaration sowie Verpackung waren die Kriterien. Hier das Ergebnis: 

Kaffeepads und Kapseln im Test bei der Stiftung Warentest im Jahr 2006

Ein unabhängiger Test soll die Auswahl der richtigen Kaffeesorte im Supermarkt erleichtern. Leider unterscheiden sich Kaffeepads aus industrieller Herstellung nur gering. Viele Kaffeeröster verwenden einheitliche Kaffeemischungen. Das Ergebnis: Der Unterschied (auch preislich) ist eher gering. Die subjektive Wahrnehmung ist aber ausschlaggebend. Also bleibt die einzige Möglichkeit den Selbstversuch zu wagen und Step by Step alle Sorten selber zu testen.

Übrigens: In Kaffeepads sollte gemahlener Kaffee mit dem richtigem Mahlgrad verpackt sein! Viele denken in Kaffeepads sei eine undefinierte Masse versiegelt. Das Prinzip ist aber einfach. In der Padmaschine läuft Wasser durch das Kaffeepad, deshalb reicht es für gewöhnlich Kaffee zu verpacken.

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Bei der Pressstempelkanne, auch French Press genannt, hält das Sieb wie auch der Kaffeefilter den Kaffeesatz vom Kaffee fern, ganz ohne Maschine.

Stempelkanne und besondere Kaffeepads

Viele Kaffeetrinker zelebrieren ihren täglichen Kaffeegenuss. Einen besonderen Moment im hektischen Alltag für den geliebten Kaffee zu reservieren ist nichts Außergewöhnliches. Anstatt einer ganzen Kanne Kaffee aus der Kaffeemaschine greifen immer mehr Kaffeetrinker zur traditionellen Kaffeezubereitung: Kaffee selbst mahlen und mit der Hand aufgießen. Ohne teuren Kaffeevollautomaten und dazugehörigen Pumpendruck. Heißes Wasser fließt durch den Kaffee direkt in die Kaffeetasse. Et voilà! Für alle Espresso-Fans bleibt die klassische Siebträgermaschine allerdings erste Wahl. Bei der Pressstempelkanne, auch French Press genannt, hält das Sieb wie auch der Kaffeefilter den Kaffeesatz vom Kaffee fern, ganz ohne Maschine. Im Folgenden ein schönes Video zur Benutzung der Stempelkanne. 

Bei der Pressstempelkanne, auch French Press genannt, hält das Sieb wie auch der Kaffeefilter den Kaffeesatz vom Kaffee fern, ganz ohne Maschine.

Nicht immer ist Zeit für die traditionelle Kaffeezubereitung. Hier kommen die Stärken der Padmaschine zum Tragen: Geringe Anschaffungskosten, lange Lebensdauer, das sehr einfache und kompakte Brühsystem sowie die bezahlbaren Einzelportionen. Besonders in Hotels und Büros sind Kaffeepadmaschinen oft im Einsatz. Wasser wird erhitzt und durch das Pad gejagt. Wenn die Kaffeequalität stimmt, steht dem Kaffeegenuss nichts entgegen.

 

E.S.E (Easy-Serving Espresso) – Espresso-Pads

Die Espresso-Pads auch E.S.E (Easy-Serving Espresso) sind Pads mit gemahlenem und gepresstem Röstkaffee gefüllt. Der Durchmesser beträgt in der Regel nur ca.55 mm. Die Lasche dient dazu das heiße Pad aus dem Siebträgereinsatz zu nehmen ohne sich zu verbrennen. Espresso-Pads eigenen sich für den Einsatz in vielen halbautomatischen Espressomaschinen und Geräten, die mit dem Easy Serving Espresso (E.S.E.) System arbeiten.

Das offene Kaffeepad-System E.S.E wurde vom Röster Illy Caffe entwickelt und hat sich seitdem zu einem internationalen Standard etabliert. Das Einzelportionssystem ist für die einfache Zubereitung von Espresso in allen E.S.E.-Maschinen sowie in Siebträger-Maschinen mit speziellen Siebeinsatz geeignet. Espresso-Pads sind meistens einzeln verpackt und ermöglichen einfache Handhabung und konstanten Geschmack. Das Hantieren mit losem Kaffeepulver und das Mahlen des Kaffees entfallen. Espresso-Pads werden in der Regel nicht beim Discounter, sondern nur bei einigen Händlern sowie Online-Shops angeboten. Die Idee bei der Entwicklung der Espressopads war es jedem Barista gleichbleibende Espressoqualität zu ermöglichen. In der Gastronomie ist aber der enorme Verpackungsmüll zu beanstanden, da jedes Espresso-Pad einzeln verpackt ist. 

Softpads = Kaffeepads

Softpads sind handelsübliche Kaffeepads, die in den gängigen Kaffeepadmaschinen (universal) eingesetzt werden können. Durch den geringeren Betriebsdruck entsteht ein eher dem Filterkaffee ähnlicher Kaffee. Softpads sind „weich“ da der Kaffee einen relativ groben Mahlgrad hat und ungepresst vom Filterpapier umschlossen wird. Paduno Kaffeepads sind ausschließlich Softpads.  

 

Kaffeepads Test – Kaffeepads richtig testen

Bei der Suche nach dem besten Padkaffee und dem Vergleich verschiedener Kaffeepad-Sorten kann durch die Beachtung einiger Tipps die Entscheidung erleichtert werden. 

  1. Am besten beide Kaffeepads-Sorten direkt miteinander vergleichen – Also zwei Tassen direkt hintereinander abschmecken.
  2. Vergleich unter identischen Bedingungen – Wassermenge und Kaffee-Temperatur beachten.
  3. Die Crema ist nicht das entscheidende Geschmackskriterium – Eine volle Crema kann durch die Hinzugabe von minderwertigen, fast Geschmacksneutralen Robusta-Bohnen erreicht werden. Das Aroma bleibt dabei auf der Strecke. Entscheidend sollte der Geschmack respektive das Aroma sein.
  4. Kaffeepad richtig einlegen – Beim direkten Vergleich sollte sichergestellt werden, dass das Kaffeepad korrekt im Padhalter liegt, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.
 
Die verschiedenen Tests durch Stiftung Warentest und Co. legen objektive Tatsachen zu Grunde. Doch schließlich entscheidet der individuelle Geschmack. Nichts desto trotz sind solche Tests sehr wichtig, um eventuelle Schadstoffe oder ähnliches analysieren zu können. Hier ein durchgeführter Test, der allerdings schon 2007 veröffentlicht worden ist. Wer nach dem besten Test für Kaffeepads sucht, sollte selber zu Hause unterschiedliche Sorten miteinander vergleichen.
 
Nun viel Spaß beim Testen…

 

Die Geschichte des Kaffeepads

 Antonino Di Leva – dieser Name hätte die Kaffeewelt bereits vor 40 Jahren revolutionieren können – hat er aber nicht. Denn jede Innovation ist vom Timing abhängig. Antonio Di Leva aus Neapel ist der Erfinder des ersten Kaffeepads. Heute hätte er mit dieser Idee vermutlich Multimillionär werden können. 

Die Vision kam ihm eines Tages bei einem Spaziergang: Warum kann man Kaffee nicht portionsweise verkaufen? Und so waren vorportionierten Kaffeepads erfunden. Die sogenannte „Prontadose“ von Di Leva machte es möglich. Der Boden und der Deckel waren perforiert und jeder Filter wurde einzeln vakuumverpackt. Nach der Entwicklung und Produktion in Kooperation mit dem Kaffeeröster Lavazza und ausgedehnten Marketingmaßnahmen scheiterte die Geschäftsidee allerdings an Familienstreitigkeiten und nicht zuletzt am Timing. Das Patent hängt heute als Urkunde in seinem Büro. Über eine Million leere Kaffeefilter aus Aluminium hatte er entsorgen müssen, was ihm obendrein eine Menge Geld gekostet hatte.

Auch das italienische Traditionsunternehmen Illy begann in den 70er Jahren als erstes Unternehmen mit der Entwicklung von Einzelportionen. Dabei entstand das patentierte Padsystem für Espresso, Easy Serving Espresso (ESE) genannt, mit dem sich zu jeder Tageszeit ein stets perfekter Espresso zubereiten ließ. Diese Einzelportionen erlaubten die schnelle und saubere Espressozubereitung zuhause oder im Büro. Ziel war es zur damaligen Zeit auch, den Kaffee in Länder zu exportieren, in denen es keine italienische Kaffeetradition mit professionellen Baristi gab. 

2001 wurde der Kaffeepad aber erst zum Megatrend, was wiederum dem Timimng zu verdanken war. Die zunehmende Anzahl an Single- und Kleinhaushalten und eine weiterhin schnelllebige Gesellschaft, die eine schnelle Zubereitung verlangt, generieren Nachfrage nach Portionskaffeegeräten. Die Firma Philips entwickelte in Zusammenarbeit mit dem holländischen Kaffee-, Tee- und Tabakkonzern Douwe Egberts den sogenannten Softpad. Ab 2002 wurde dann auch der deutsche Kaffeemarkt vollkommen revolutioniert. Mit Senseo wurde das Kaffeepad-System zum Massen- und Alltagsprodukt. Nach kurzer Zeit nahmen immer mehr Händler bzw. Kaffeeröster Kaffeepads in ihr Warenprogramm auf. Heute kann man die Kaffeepads für Senseo-Maschinen sogar bei Discountern erwerben. Senseo hat mittlerweile über 10 Million Geräte in Deutschland und Österreich verkaufen können. Den zeitlichen Vorsprung von Senseo konnten Tchibo Cafissimo und Jacobs Tassimo nicht mehr einholen. Seit der Markteinführung des Systems im Jahr 2002 wurden mehrere Milliarden Pads verkauft. Damit ist das Senseo-System die erfolgreichste Kaffeeinnovation des letzen Jahrzehnts.

 

Sortenreiner Kaffee – Single Origin

Wie beim Wein sind auch beim Kaffee die Herkunft und das Anbaugebiet entscheidend für das Kaffeearoma in der Tasse. Die Anbaugebiete rund um den Kaffeegürtel haben ihre eigentümlichen Charakteristika und machen eine Unterscheidung nach dem Herkunftsland möglich und sinnvoll. Solch einen Kaffee bezeichnet man als Single Origin Kaffee bzw. sortenreinen Kaffee. Einer der wohl bekanntesten Single Origins Kaffees ist zum Beispiel Jamaica Blue Mountain.

Sortenreine Kaffees können einzigartige Aromen aufweisen, die man unverfälscht genießen kann, da sie sich, im Gegensatz zu Kaffeemischungen, bei welchen die Aromen der verschiedenen Kaffees miteinander konkurrieren, frei entfalten können. Das kann zum Beispiel eine angenehme Säure, leichter Geschmack nach Edelbitterschokolade oder ein würziges und spritziges Kaffeearoma sein.

Kaffee aus dem Supermarkt ist in der Regel eine Mischung aus verschiedenen Kaffeesorten aus unterschiedlichen Regionen. In diesem Fall spricht man vom sogenannten „Blend“. Bei der Mischung können qualitativ-hochwertige Kaffeesorten mit minderwertigen Kaffeesorten gemischt werden, um die Erträge zu steigern. Durch eine sinnvolle Kombination von verschiedenen Kaffeesorten kann man allerdings Stärken bestimmter Kaffeesorten unterstreichen und deren Schwächen zu einem bestimmten Grad eingrenzen.

 

Kaffeezubereitung

Kaffee Pads, Filterkaffee oder Kapseln

Welche Zubereitungsart ist die beste?

Da es für viele nichts Schöneres als eine gute Tasse heißen Kaffee gibt, hat das HR-Fernsehen eine zugegebener maßen nicht repräsentativen Geschmacks-Test gemacht.: „In fast jedem Haushalt oder Büro steht heute eine Kaffeemaschine. Manch einer schwört auf die guten alten Filterkaffee. Doch immer mehr Kaffee wird mit Hilfe von Kapseln und Pads gebrüht. Welchen Kaffee trinken die Hessen am liebsten?“ 

 

Kaffeezubereitung

 

Die entscheidende Frage ist weniger der Brüh-Prozess, sondern eher der verwendete Kaffee! Ein Filter und heißes Wasser aus dem Wasserkocher mit einem frisch gerösteten und frisch gemahlenen Kaffee sind alle mal besser als minderwertiger Kaffee aus einem High-Tech Vollautomaten. Im Prinzip läuft oben Wasser rein und unten kommt Kaffee wieder raus. Auf den Kaffee kommt es an. Der entscheidende Nachteil an der klassischen Filtermaschine ist die Warmehalteplatte. Denn nach 10 Minuten ist der beste Kaffee leider nicht mehr genießbar.

 

Sind Kaffepads umweltfreundlich?

Kaffepads haben den Ruf nicht umweltfreundlich zu sein. Fakt ist der Verpackungsaufwand von sogenannten Einzelportionen ist höher als von losem Kaffe. Pads und Kapseln sind praktisch und eignen sich besonders für Single-Haushalte mit geringem Kaffeeverbrauch. 7 Gramm Kaffe werden einzeln verpackt und erleichtern dadurch die Kaffeezubereitung. Doch wie umweltfreundlich ist die moderne Kaffeezubereitung?   

Prinzipiell muss man Kaffepads von Kaffee-Kapseln unterscheiden. Denn Kapseln werden zumeist in einer Alu-Verpackung angeboten. Insofern Kaffepads also nicht einzeln verpackt sind, sind Kaffepads deutlich umweltfreundlicher. Kaffepads sind kompostierbar und besonders für Wenigtrinker sehr effizient. Denn beim Aufsetzen eines Kaffees für wenige Tassen in einer Filtermaschine ist der Materialaufwand beim Filterpapier sogar geringer. Trotzdem sollte der maschinelle Verpackungsauwfand im Falle der Kaffepads nicht vernachlässigt werden und in die Betrachtung mit einfließen. 

Einzeln-verpackte Kaffepads und ESE Pads sowie Kapseln sind wahre Müllgeneratoren. Denn für jede Portion ist eine luftdichte Aluverpackung notwendig. Der Vorteil liegt aber im aroma-frischen Kaffeegenuss, der eben seinen Preis (auch beim Thema Umwelt) hat.  

Einen wichtigen Punkt sollte man bei der Debatte um die Umweltfreundlichkeit allerdings beachten. Der Kaffeeanbau mit den benötigten Unmengen an Wasser, der nicht unerhebliche Transportaufwand von den Anbauländern in die Länder der Endverbraucher sowie der Einsatz von Pestiziden haben einen erheblichen Einfluss auf die Umweltfreundlichkeit vom täglichen Kaffeegenuss. Biologischer Anbau sowie ressourcen-sparende Anbaumethoden sollten wichtige Faktoren bei der Auswahl einer Kaffeesorte sein.